World War Z – der Coop-Zombie-Shooter im Test

World War Z Test Review

Wenn ihr schon immer einen Zombie-Film selbst nachspielen wolltet, dann bietet euch World War Z ab jetzt die Möglichkeit das Szenario des Films hautnah zu erleben.

Aber taugt die Computerspiel-Umsetzung auch etwas? Wie sieht es mit Technik und Performance aus? Und wie nah ist World War Z am Genre-Kollegen Left 4 Dead drann?

Alle diese Fragen und mehr beantworten wir in unserem Test zu Saber Interactives Zombie-Horden-Shooter!

Story/Szenario

Die Story von World War Z richtet sich nach der des gleichnamigen Films mit Brad Pitt. Es ist eine Krankheit oder Seuche ausgebrochen, die Menschen in Zombies verwandelt – und diese hat sich über die gesamte Welt ausgebreitet.

Als Teil eines Vierer-Teams spielen wir verschiedene Episoden durch, in denen wir Teil einer wechselnden Überlebenden-Gruppe sind, die unterschiedliche Ziele verfolgt.

Bisher dienen Moskau, New York, Jerusalem und Tokyo als Schauplätze mit unterschiedlichsten Aufgaben.

World War Z Test
Einer der Schauplätze in World War Z – New York.

Während wir in Moskau eine geheime Bunkeranlage finden müssen, geht es in New York um die Flucht aus der Stadt.
In Jerusalem müssen wir mithilfe eines Spitzenwissenschaftlers ein Waffensystem aktivieren und in Tokyo die Zivilbevölkerung vor den Horden beschützen, bis diese evakuiert ist.

Die Episoden selbst sind in jeweils 3 verschiedene Missionen unterteilt – bis auf die zuletzt hinzugefügte Tokyo-Episode, die aktuell nur zwei Missionen beinhaltet.

Gameplay

Anders als viele andere aktuelle Shooter ist World War Z ein Spiel, welches nur aus der 3rd-Person-Perspektive gespielt wird.
Lediglich wenn wir ein Visier oder Scharfschützengewehr benutzen, gehts „FPS-mäßig“ zu.

Das fühlt sich zwar teilweise etwas „arcadelastiger“ an, dient aber sicherlich auch der besseren Übersicht.

Spielablauf

Was den Spielablauf angeht erinnert vieles an die Left 4 Dead-Reihe: Man startet an einem festgelegten Ort in jeder Etappe, von dem aus man sich dann durch die Level kämpft.
Dabei müssen immer wieder verschiedene Objectives abgeschlossen werden.
Wir besorgen Ressourcen oder Waffen, eskortieren Überlebende durch ein Level und drücken ein paar Knöpfe um Türen zu öffnen oder anderweitig den weiteren Weg freizumachen.

Das an sich klingt erstmal wenig „innovativ“ – ist aber durchaus nett und stimmig umgesetzt – und ein paar Überraschungen in Sachen Aufgaben gibt es dann doch noch.
(Wir halten uns hier bewussst vage, der Spoiler wegen!)

Die Story ist in World War Z zugegebenermaßen nur Beiwerk und man darf hier natürlich keine tiefgründigen Dialoge und eine komplett verknüpfte Geschichte erwarten.

Jede Mission folgt einem groben Leitfaden, der durch kleine Konversationen und Funkkontakte fortgeführt wird. Die Charaktere selbst unterhalten sich kaum und sind meist eher damit beschäftigt Warnungen vor Infizierten oder sonstige Infos herauszuposaunen.

Allerdings erwartet wohl auch keiner eine Story âla The Last of Us in diesem Spiel – World War Z hat andere Prioritäten.

Zeittechnisch kann man für ein einmaliges durchspielen auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad wohl etwa 6-8 Stunden einrechnen.

Zombies

Bei unseren Aufgaben kommen uns immer wieder die Zombiehorden in die Quere, die wir an bestimmten Schlüsselpunkten immer erst bekämpfen müssen, bevor es weitergeht.

Auffällig sind die Spezialzombies, die ebenfalls stark an Left 4 Dead erinnern – da wäre der Bull, der uns umrennt und zu Brei stampft, der Lurker der uns anspringt und auseinanderreißt, der Gasbag der uns die Sicht vernebelt und giftige Chemikalien ausstößt und der Screamer, der bei Aktivierung immer weitere Wellen seiner untoten Kollegen anlockt, bis wir ihn ausschalten.

Das erinnert natürlich stark an Charger, Hunter, Boomer und Smoker aus der beliebten Zombie-Shooter-Reihe von Valve, passt sich aber super ins Spielgeschehen ein.

Der eigentlich Hauptakteur des Spiels sind aber klar die riesigen Zombiehorden von World War Z. Die brechen wie Flutwellen über uns herein und müssen abgewehrt werden.
Dabei sind stellenweise mehrere hundert Zombies auf dem Vormarsch – und das unerbittlich.

Die Untoten preschen auf uns zu, klettern kleinere Vorsprünge hoch, springen über kleine Abgründe und türmen sich dort, wo sie nicht weiterkommen zu ganzen Fleischbergen auf, um uns zu erreichen.
Gezielte Schüsse auf die Basis des Zombieturms lassen selbigen dann auch einstürzen und effektvoll zu Boden klatschen.

Kleinere Fehler, die wohl am ehesten auf die Programmierung als „Schwarm“ anstatt als Individium zurückzuführen sind, traten in unserem Test zwar auf – aber sie schmälern keinesfalls den Spielspaß und sorgen eher für einen Extra-Schmunzler.

Klassensystem

Um den Zombiehorden effektiv Herr zu werden gibt uns World War Z außerdem sechs Klassen mit unterschiedlichsten Fähigkeiten an die Hand.

Zu Beginn einer Runde wählt man eine von sechs Klassen aus:

  • Gunslinger – Der Waffenexperte – versiert im Umgang mit Gewehren und MPs, markiert Spezialzombies
  • Hellraiser – Explosivwaffen-Profi, der sich auf C4, Granatenwerfer und Schrotflinten verlässt.
  • Medic – Support-Klasse, die die Gruppe am Leben hält. Hat eine Stim-Pistole und benutzt MP’s.
  • Fixer – Eine Mischung aus Sniper und Unterstützer, verhilft dem Team zu mehr und besserer Munition.
  • Slasher – Der Nahkämpfer der Truppe, der an vorderster Front kämpft. Verbessert die Nahkampffertigkeiten der Gruppe.
  • Exterminator – Der Mann fürs Grobe – Boni bei der Benutzung von stationären Waffen und Molotov-Cocktails

Jede der Klassen erhält am Ende einer Mission Erfahrungspunkte und kann bis Level 30 aufsteigen.

Die ebenfalls erspielte Währung können wir dann zum Freischalten der verschiedenen Klassenfertigkeiten benutzen.
Alle zehn Level wird eine spezielle Klassenfähigkeit freigeschaltet, dazwischen haben wir immer die Wahl eine von drei Fähigkeiten zu aktivieren.

World War Z Test Review
Je öfter wir mit einer Klasse spielen, desto mehr Fertigkeiten und Boni können wir freischalten.

Das resultiert dann in bis zu 13 Klassenfertigkeiten und -Boni, die wir uns zusammenstellen können.
Besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist hier die Absprache mit Gruppenmitgliedern sinnvoll und nötig, um die einzelnen Aspekte aufeinander abzustimmen.

Hat man beispielsweise keinen hochstufigen Medic im Team oder stirbt einfach zu schnell, kann ein Fixer seine Zusatz-Munitionsboxen gegen die heilenden „Masking“-Granaten austauschen, um das Team zu unterstützen.
Allerdings muss man dann gegebenenfalls auch etwas sparsamer mit der Munition umgehen und sollte im Optimalfall mangels Explosivmunition einen Hellraiser in der Gruppe haben.

Waffen-Fortschrittssystem

Natürlich gehört zu einem Zombie-Shooter auch ein umfangreiches Waffenarsenal – und hier bildet World War Z keine Ausnahme.
Dabei sind alle Waffen sind theoretisch von allen Klassen nutzbar.

Das Spiel unterscheidet zwischen drei Waffentypen:

  • Primärwaffe – Maschinenpistole, Schrotflinte, Sturmgewehr, Scharfschützengewehr
  • Sekundärwaffe – Pistole, Revolver, Einzelschuss-Granatenwerfer, abgesägte Schrotflinte
  • Schwere Waffe – Kettensäge, Raketenwerfer, .50 Scharfschützengewehr, Schweres Maschinengewehr

Primär- und Sekundärwaffen können beliebig oft an den im Spiel vorhandenen Munitionskisten aufgefüllt werden und haben ebenfalls ein Fortschrittssystem.

Unabhängig von der Klasse wird durch deren Benutzung Erfahrung gesammelt, die uns dann nach jedem Waffen-Stufenaufstieg ein mögliches Upgrade bietet.
Dieses können wir dann mit der erspielten Währung freikaufen.

Dabei handelt es sich meist um Dinge wie geänderte Waffenschäfte, Visiere, Magazinerweiterungen oder Griffe, in den letzten Stufen kommt immer ein Schalldämpfer dazu.

World War Z Test Review
Je mehr man eine Waffe spielt, umso mehr Optionen kann man freischalten.

Die schweren Waffen dagegen profitieren weder von einem Fortschrittssystem noch sind sie an Munitionskisten nachfüllbar.
Sie finden sich meist in den Leveln und werden vom Charakter nach dem Leerschießen der meist stark begrenzten Munition fallengelassen.

So muss man sich manchmal zweimal überlegen ob man den Zombieturm nun mit dem dicken RPG oder den normalen Schusswaffen zum Einsturz bringt – denn man könnte die wertvolle Waffe bei der nächsten Gelegenheit vermissen.

PvPvE – gegen Zombies und andere Spieler

Ein zusätzlicher Aspekt in World War Z ist der sogenannte PvPvE-Modus – bei dem immer zwei Teams gegeneinander und gegen die Zombiehorden antreten.

In jedem Spielmodi gibt es zwei Teams â 4 Spielern – und eine Geräusch-Schwelle, bei deren Überschreitung in regelmäßigen Abständen eine Zombiehorde über beide Teams hereinbricht.

Derzeit gibt es fünf verschiedene Spielmodi, die einem dann zur Auswahl stehen:

  • Swarm Domination – Das klassische Herrschafts-Prinzip: Punkte müssen eingenommen und gehalten werden – wer zuerst das Limit erreicht, gewinnt.
  • King of the Hill – Ebenfalls ein bekanntes Spielprinzip mit einem Twist: Ein Punkt muss eingenommen und gehalten werden, in regelmäßigen Abständen wechselt die Location.
  • Swarm Deathmatch – Einfaches Team-Deathmatch, bei dem ein Gesamt-Killscore erreicht werden muss.
  • Scavenge Raid – Es müssen Ressourcen in Form von Kisten gesammelt werden, auch getötete Gegner lassen diese fallen. Das erste Team am Limit gewinnt.
  • Vaccine Hunt – Ein Escord-Modus, bei dem ein Team ein Paket mit einem Impfstoff an sich nimmt und den Träger schützen muss – das gibt Punkte. Wer zuerst am Limit ist, gewinnt auch hier.

Eine weitere Besonderheit des PvPvE-Modus ist, dass dieser eigenständige Klassen mit einem eigenen Fortschrittssystem hat.

Wir können hier zwischen 10 Klassen wählen, die alle ein eigenes Ausrüstungspaket und einen eigenen Fertigkeitsbaum haben. Dieser fällt allerdings nicht so umfangreich und anpassbar aus, wie im Coop-Modus.

Den einzigen Aspekt, den sich Coop- und PvPvE-Modus teilen, ist die Währung, die für Freischaltungen genutzt wird.

Natürlich lässt sich der Modus alleine schon aufgrund der Perspektive nicht mit anderen FPS-Games vergleichen, aber für ein paar nette PvP-Runden zwischendurch taugt er aufjeden Fall.

Technik & Performance

Zu unserer Überraschung kann man über die Performance von World War Z überhaupt nicht meckern.
Egal ob einzelne Zombies oder eine riesige Horde vor uns stehen, die Frameraten gehen nie wirklich in die Knie, auch wenn viele Explosionen und dutzende herumfliegende Zombies im Bild sind.

Dabei macht World War Z grafiktechnisch sogar eine ganz gute Figur, die verschiedenen Schauplätze sehen schick aus – nunja, so schick wie ein durch ein durch eine Zombieapokalypse überrollter Ort eben aussehen kann.
Die Charaktere sind detailliert dargestellt, die Zombies sind „schön schmutzig“ und alles wirkt insgesamt sehr stimmig.

Zwar sprechen wir hier grafisch nicht vom „Besten vom Besten“, aber dass braucht es für dieses Spiel auch garnicht.

In unserem Test spielten wir mit folgenden Systemen:

System 1

  • Windows 10 64Bit
  • Intel Core i7-8700k (3,7 GHz)
  • 16 GB RAM
  • Geforce GTX 1080 OC (8GB)
  • HDD
  • Ultra-Settings, bei 2K

System 2

  • Windows 10 64bit
  • Intel Xeon E3 1231 v3 (3,4 GHz)
  • 16 GB RAM
  • Asus STRIX GTX1050 TI (4 GB)
  • SSD
  • Mittlere Settings, bei FHD

Beim Spielen mit System 1 spielten wir zu jedem Zeitpunkt mit deutlich über 60 FPS – und auch beim Spielen mit System 2 fiel unsere Framerate nie unter die 50er-Grenze.

Laut den ersten Rückmeldungen aus der Community läuft das Spiel auch auf Laptops und älteren Gaming-PC’s recht rund. Ein klarer Pluspunkt, insbesondere bei all dem was dargestellt wird.

Fazit

World War Z ist ein würdiger Ersatz für alle Left 4 Dead-Fans, die immer noch sehnsüchtig auf den dritten Teil – bzw „Back 4 Blood“ – warten.

Die reinen Kampagnen hat man nach 6-8 Stunden Spielzeit durchgespielt, aber auch danach motiviert das Fortschrittssystem für Klassen und Waffen durchaus noch zum weiterspielen.
Insbesondere die höheren Schwierigkeitsgrade sind durchaus knackig und erfordern Teamplay und Kommunikation.

Für seinen Preis hat das Spiel durchaus ordentlich etwas zu bieten – und die Entwickler haben angekündigt, in Kürze eine Roadmap mit kommenden Zusatz-Inhalten zu veröffentlichen.

Wer also auf Zombiehorden und solide Coop-Shooter-Action steht, kann derzeit mit World War Z nicht viel falschmachen.

World War Z erschien am 16. April und ist für 34,99€ exklusiv im Epic Games Store erhältlich.

Mehr zum Thema:
World War Z - Trailer stellt die sechs Klassen vor
Überblick der Rezensionen
Story/Szenario
7
Gameplay
9
Technik & Performance
9
Preis-Leistung
8
Chris
Chris ist ein Survival- & Sandboxgame-Fanatiker und seit den ersten Stunden der DayZ Mod und Minecraft "infiziert". Er ist außerdem Drahtzieher und Gründer der Seite und kümmert sich um eine Vielzahl unterschiedlicher News zum Genre die anfallen. Daneben ist er für die Verwaltung der Seite zuständig und kümmert sich um quasi alles, was im Hintergrund abläuft.

1 Kommentar

  1. Ich habe zunächst vor allem wegen des tollen Titelbildes auf den Artikel geklickt, aber dank eures ausführlichen Berichts, ist das Spiel nun auch auf meiner potentiellen Kaufliste gelandet! Danke dafür! 😀

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