Fallout 76 Meinung

Fallout 76 – der jüngste Fallout-Serientitel von Bethesda hat es wirklich nicht leicht. Wir alle wissen um den holprigen Start, den das Spiel hingelegt hat. Und kaum ein anderer Ableger eines sonst so beliebten Spieles scheint es momentan so schwer zu haben.
Entweder man liebt es oder man hasst es. Doch ist das wirklich so? Das ist zugegebener Maßen gar nicht so leicht zu beantworten und das möchte ich auch gar nicht, mir geht es eher um was anderes…

Doch wer bin ich überhaupt? Vielleicht kennt der eine oder andere von euch meine Fallout-Artikel hier auf Survival-Sandbox. Wer sie kennt, weiß, dass ich einen Fallout-Titel nicht einfach nur spiele – ich tauche regelrecht in die Welt und ihre Geschichten ein.
Und ich verlasse einen Schauplatz wirklich erst dann, wenn ich jede noch so kleine Information bzw. Geheimnis aus ihm heraus gekitzelt habe.

Allein in Fallout 4 habe ich rund 1.200 Spielstunden verbracht – hier meine Siedlung in Nuka World

Das setzt natürlich einen starken Bezug zu dem Fallout-Universum voraus und tatsächlich kann ich eine Spielzeit von rund 1.500 Spielstunden vorweisen, die ich insgesamt in Fallout 3, Fallout New Vegas und Fallout 4 verbracht habe. Nun wissen wir aber alle, dass Fallout 76 eben nicht wie seine Vorgänger und wie anfangs erwähnt immer wieder starker Kritik ausgesetzt ist.

Was ist es also, was mich so sehr an Fallout 76 fasziniert und warum schaffe ich es nach über 200 Spielstunden in Appalachia immer noch nahezu tagtäglich online zu gehen?

Please Stand By

Erinnert ihr euch noch an das letzte Jahr und diese eine ominöse und geheimnisvolle Ankündigung? Viel war nicht zu sehen, aber es war eindeutig Falloutrelevant. Stundenlang schauten so viele Fans gebannt auf einen Bildschirm, in dessen Hintergrund sich kaum etwas abspielte.
Aber der Hype war da. Wie auch bei mir – die Vorfreude auf einen neuen Fallout-Teil (nachdem ich so viele schöne Stunden im letzten verbracht hatte) ließen mein Herz höher schlagen.
Dann ein Trailer und dieser eine Song – die zusammen genommen einfach nur als Highlight zu bezeichnen sind. Oder gibt es jemanden von euch, der „Take me Home“ nicht gern anhört?

Doch dann kamen nach und nach mehr Informationen, Spekulationen und schlussendlich die Gewissheit. Fallout wird nicht Fallout. Alles wird anders sein. Eine Katastrophe bahnte sich da an, vor allem für alteingesessene Solospieler, zu denen ich mich auch gern zählen möchte.
Aber hey, es wurde uns ein neues Fallout angekündigt und als Fan konnte ich mich dem nicht so einfach entziehen – also wurde das ganze Thema fleißig weiter verfolgt und als ich hörte, dass man es auch alleine spielen kann, war es gekauft.

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Ein Rohdiamant

Ein Kauf, den ich nie bereut habe. Freilich habe ich auch mit den Anfangsschwierigkeiten von Fallout 76 zu kämpfen gehabt. Die Serverprobleme lassen sich da einfach nicht schön reden. Mitten in einer Quest – Absturz – also wieder von vorn… Wieder Absturz und so weiter. Dieses Szenario dürfte sicher vielen Zockern, die von Anfang an dabei waren, bekannt sein.

Seit dem hat sich aber wirklich viel getan. Bethesda gibt sein Baby zum Glück nicht auf und versorgt es mit regelmäßigen Patches und Updates. Verläuft das alles reibungslos? Ist immer alles besser als vorher? Die Antwort lautet leider ganz klar: Nein! Das ist Schade und macht es selbst für den loyalsten Fan nicht immer einfach, das Spiel zu lieben.

Faszination Fallout

Doch auch ich gebe nicht auf und wenn ich noch an das Gefühl denke, als ich Vault 76 am Rückeroberungstag verlassen habe… Fast so ein Gefühl, wie ich es hatte als ich in Fallout 3 den Vault verließ. Unbeschreiblich. Man wird in eine dichte, detailreiche Welt entlassen, die voller Geheimnisse ist und in der es so viel zu entdecken gibt. Freilich ist sie auch gefährlich, aber ohne Nervenkitzel – was wäre das dann für ein Fallout?

Was ist mit den Bewohnern aus Vault 94 nur geschehen?

Es macht einfach Spaß, mit seinem personalisierten Charakter ins Unbekannte vorzustoßen. Ich werde dabei behutsam an die Hand genommen und folge einer Reihe von Quests, die mich quer durch West Virginia lotsen und den Schwierigkeitsgrad gebietsbezogen langsam aber sicher anziehen.
Um da mithalten zu können, levelt man durch das Abschließen von Quests, Events und anderen XP-Gelegenheiten mehr oder weniger schnell auf.

Die Belohnungen sind mannigfaltig und meine Levelpunkte kann ich in das sehr schön umgesetzte Karten-Perk-System investieren. Und selbst wenn man sich mal in seinem Build vertan hat, ab Level 50 kann man seine S.P.E.C.I.A.L. Attribute neu verteilen. Mir gefällt das sehr und ich bin sogar gerade selbst dabei von einem reinen Gewehr-Build auf eine Kombination mit Zweihand-Nahkampfwaffen „umzuschulen“. Und was soll ich sagen, es funktioniert für mich.

Tipp: Meine persönlichen „Must-have“ Karten:

Stärke: Gladiator oder Schläger, Blocker, Wie durch Butter, Kampfkünstler

Wahrnehmung: Gewehrschütze, Panzerkiller

Ausdauer: Stehvermögen

Charisma: Reiseberater

Intelligenz: Nahkampfkrieger, Waffenschmied, Wiederverwerter, Poweruser

Bewegung: Action Boy/Girl, Adrenalin, Weißer Ritter

Glück: Super Duper

Quests und Events

Folgt man der Hauptquest und absolviert hier und da ein Event kommt man auch ganz gut vorwärts. Ich selbst nähere mich mit der Hauptquest so langsam dem Ende und habe so gut wie alle Nebenquests geschafft – was einen das Leben in West Virginia zusätzlich erleichtert.
Gerade die „Bürgermeister-Quest“ hilft euch dabei, dass Watoga wieder „friedlich“ für euch wird. Mal abgesehen von den legendären Waffen und Rüstungsteilen, die man auf seinem Weg ohnehin erhalten kann.

Sowohl das Fraktions-System (noch ausbaufähig) als auch die festen und wechselnden Challenges, in denen ihr Atome verdienen könnt, wissen zu motivieren

Jetzt könnte man vielleicht meinen, dass es ohne Quests langweilig wird und man die Events nach dem zweiten und dritten Mal satt hat. Dem ist nicht unbedingt so. Natürlich hängt das Ganze stark vom Spielertypus ab und was man selbst aus dem Spiel macht oder machen möchte.

Unzählige Möglichkeiten

So habe ich an einem Tag große Lust wieder an meinem C.A.M.P. zu basteln und zu werkeln oder sogar um zu ziehen, was bisher sogar schon 6 Mal mit kompletten Neubau geschehen ist. Ich habe auch noch längst nicht alle Baupläne für den Baumodus gefunden – und bin heil froh, dass diese jetzt auch käuflich erworben werden können. Sicher, das C.A.M.P-Budget dürfte ruhig größer ausfallen, aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Genauso ergeht es mir mit Rüstungs- und Waffenbauplänen. Das motiviert. Lange habe ich nach einer Jetpack-Mod Ausschau gehalten, aber ich konnte einfach keine finden. Also hieß es Kronkorken sparen, denn der BoS-Händler in Watoga vertickt nun dergleichen sehr kostspielige Baupläne.
Das dauert dann schon mal, da man in 24 h max. 1.400 Kronkorken bei diversen Händlern umsetzen kann.

Tipp: Es gibt sieben Händler-Typen (jeder mit einem Kronkorkenvorrat von 200) in West Virginia. Die der Fraktionen Responder, Raider, Freie Staaten (Harpers Ferry), Bruderschaft (Watoga) und der Enklave (Bunker). Extra hinzukommen noch die Station in Watoga und Whitespring.

Mit Level 71 hatte ich endlich mein Jetpack

Als ich besagten Bauplan dann endlich mein Eigen nennen konnte, musste ich fest stellen, dass mir für den Bau noch gewisse Zutaten fehlen. Zu bekommen nur in den Nuke-Zonen. Viele hoch radioaktive Begegnungen später, konnte ich mich mit meinem ersten Jetpack dann endlich hoch in die Lüfte erheben – das war mit Level 71 und was für ein Erfolgsgefühl. Und es geht immer so weiter. Viele weitere Level hat es gedauert, bis ich die heißbegehrten Mods für mehr Tragekapazität zusammen hatte… Und nun spare ich schon wieder fleißig Loot für eine gewisse BoS-Uniform…

Des einen Schrott, des anderen Schatz

Looten und Craften, das macht Spaß und Grenzen sind uns nur durch unser Stash-Limit gesetzt, das mittlerweile immerhin auf 800 Pfund angehoben werden konnte. Gerade bei chronischem Munitionsmangel in Appalachia, nimmt man jede Dose mit, die man nur finden kann. Und so ergeht es einen bei vielen Gegenständen, im Spiel auch liebevoll Schrott genannt.

Dazu kommt, dass ich noch lange nicht alles auf der Karte gesehen habe. Mir fehlen noch viele Orte, die ich genauestens erkunden und durchleuchten möchte. Freilich bergen nicht alle eine wahnsinnige Hintergrundgeschichte, Spaß macht es aber trotzdem, was Neues zu entdecken oder?

Keine Angst vor Multiplayer

Der Mehrspieler-Aspekt ist sogar eine neue ganz positive Erfahrung für mich. Und auch wenn ich die meiste Zeit eher alleine unterwegs bin – was für ein erhabenes Gefühl, Seite an Seite mit unzähligen anderen auf die Brandbestien-Königin einzudreschen oder das Camp eines Mitspielers zu finden und seine Einladung mit Gitarre am Lagerfeuer zusammen zu sitzen anzunehmen – kleine Geschenke zu machen, für ein nettes Andenken in Form eines Fotos zu posieren um diese dann im Netz zu teilen und seine Erlebnisse, Erfolge und auch Misserfolge dort kund zu tun…

Bereiten wir uns auf die kommenden Inhalte vor…

Ihr könnt mich wirklich für verrückt halten, aber da bekomme ich eine Gänsehaut! Lange Rede, kurzer Sinn: ja, ich schätze Fallout 76 sehr, trotz aller Schwierigkeiten oder vielleicht sogar gerade deswegen, wer weiß. Für mich ist es jedenfalls eine Bereicherung. Ich freue mich auf alles was da noch auf uns zu kommt und finde immer wieder meinen Weg zurück in das Ödland von West Virginia – also meine lieben Vaultbewohner: bis demnächst in Appalachia!

Paterick
Paterick ist der Fallout-Experte des Teams. Er hat sich mit Fallout 3 und New Vegas an der Serie festgebissen und wandert nun auch schon lange durch das Ödland des vierten Teils. In Sachen Überleben gegen Ghule, Raider und Todeskrallen macht ihm so schnell keiner etwas vor.

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